Begleiteter Umgang

Begleiteter Umgang gibt Kindern die Möglichkeit, ihr gesetzlich verankertes Recht auf eine Beziehung zu beiden Eltern bzw. anderen wichtigen Bezugspersonen auch nach der Trennung wahrzunehmen. Dabei werden Bedingungen geschaffen, die positive Erfahrungen und Interaktionen zwischen Kindern und Umgangsberechtigten ermöglichen. Die Begegnungen finden in einem spannungsfreien Raum statt. Binationale Kinder bekommen die Möglichkeit, beide Kulturen ihrer Eltern in bereichernder Weise zu erfahren und zu integrieren.

Der Begleitete Umgang ist eine unterstützende und fördernde Maßnahme für Familien, die trotz Trennung weiterhin den Kontakt und die persönliche Beziehung aufrechterhalten wollen. Kinder verarbeiten die veränderte Situation besser und entwickeln sich weiterhin gesund, wenn sie eine vertrauensvolle Beziehung zu beiden Eltern aufbauen. Daher ist es wichtig, in der akuten Trennungsphase von Familien neutrale Vermittlungsinstanzen einzuschalten, die den Teufelskreis von Verletzung und Kränkung durchbrechen und die spezifischen Interessen der Kinder nach Aufrechterhaltung des Kontaktes zu beiden Elternteilen unterstützen.

Begleiteter Umgang wird eingesetzt zur

  • Entlastung in der ersten Trennungsphase, in der Umgang nicht zugelassen wird, da Verletzungen und Kränkungen herrschen,
  • Kontaktanbahnung nach bereits eingetretener Entfremdung,
  • Beseitigung der Kommunikationslosigkeit der Eltern,
  • Klärung nachhaltiger Konflikte zwischen den Eltern, die mit Mangel an Vertrauen in die Erziehungsfähigkeit des anderen einhergehen,
  • Schutzmaßnahme bei Gewalterfahrungen, Alkoholmissbrauch, aggressiven Feindseligkeiten der Eltern,
  • Klärung belasteter Eltern-Kind-Beziehungen wie Verdacht auf sexuellen Missbrauch, psychische und körperliche Misshandlung, psychische Erkrankung, Alkoholmissbrauch
  • Schutzmaßnahme bei befürchtetem Kindesentzug,
  • Unterstützung der Kinder, die unter gravierenden Ängsten oder Loyalitätskonflikten leiden,
  • Vermeidung eines Kontaktabbruches durch die Kinder,
  • Bereitstellung eines loyalen Raumes, wenn z.B. der besuchende Elternteil in einer anderen Stadt wohnt.

Formen des Begleiteten Umgangs

Begleiteter Umgang umfasst verschiedene Interventionen, die sich je nach Intensität des Konfliktes unterscheiden:

1. Begleitende Elterngespräche bzw. Familienkonferenzen

2. Betreute Übergabe

3. Begleitete Umgangsanbahnung

4. Kontrollierter Umgang

 

 

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